Sik redden mit "Demokratie leben!"

vun Behrend Böckmann


1961 hett männig Kinobesäuker dull schmüstert, as "Rette sich wer kann" in't Kino keem, 'n Film tau'n Schmüstern ut'e Leningrader Filmstudios. Teihn Tiger, twei Löwen un ein Ååp an Buurd von'n groten Frachter sorgen för väl Tumult ünner dei Besatzung un Gäst von't Schipp, so dat dei Taukiekers sik twei Stunnen gaut amüsiern künnen.

An dissen Film möt ik ümmer denken, wenn hüt Poletikers versäuken, Demokratie in ehrn eigen Sinn tau redden. Dat güng all 2014 los, as uns hütig Mäkelnborger Landsmudder Manuela Schwesig in Berlin Bundsministerin för Billung, Fomilie, Senjoren, Frugens un Jugend wier un dat Programm "Demokratie leben!" in't Läben reep. 2014 güng't mit 40 Milljonen Föddergeller los, 2018 wiern dat all 120,5 Millionen Euro. Dat mutt denn je woll heiten, dat dei Demokratie ünner Rood-Gräun jümmer bedürftiger un swacker worrn is, nich? Un dei Föddersummen kladdern un kladdern, 2023 sünd dat 182 Milljonen un 2026 sünd dat ünner Merz sogor all 200 Milljonen Euro, denn hei glöwt, dat mit dit Geld sien Brandmuer tau den oppositschonellen linken un sünnerlich rechten Rand tau hollen is.

Un so kœnen Krings Geller kriegen, wenn's vörgäben, Toleranz tau föddern, Demokratie tau stärken un sik gägen rechte, rassistische un antisemitische Gewalt un för dei Rägenbågensellschåp intausetten, un wenn sei dortau klauge Ratschlääch orrer Akschonen pråt hollen. Dei Tauschuss för dei Ratgäber un mœgliche Akschonen kann sik up 50 bet 80 Purzent vonne Projektkosten belopen. Dei Rest is denn dei Eigenandeil, den man oft mit Hüer un Utstattung för dei Beråders ehr Hüsung upbringen kann. Un männig plietscher Demokrat måkt sik kunnig, wat 'n allens verspräken möt, üm an't Föddergeld rantaukåmen un sik sülben 'n warmen Stauhl up Tiet tau säkern. Nähmen wi blot dei välen NGOs, nichstaatliche Krings, dei dörch ehr Arbeit keinen Gewinn måken willen un so Geller ut't Programm "Demokratie leben!" kriegen. Dat best Bispill is dei "Amadeu Antonio Stiftung". Dei Nåm sall an'n angolan'schen Gastarbeiter in Eberswalde erinnern, dei 1990 dörch rechte Gewalt tau Dod keem. Dei Kring sett sik för'n demokratisch Miteinanner un gägen Rassismus, Hass un Gewalt in, dokumenteert antisemitisch Vörfäll un ünnerstütt mit ehr Geld anner, lütter Initiativen, t.B. gägen "Hate-Speech" in't Internet, gägen Verschwörungstüünkråm un för Opper von rechte Gewalt.

Dorbi gellen dei Aktivisten von "Amadeu Antonio" hier un dor as linksradikal — un baventau as'n Kring, dei Stüergeller verballert. So läben anne hunnert Mitarbeider von dissen Kring, dei taun Bispill 2023 näben Spennen un private Tauwennungen 'n staatlichen Tauschuss von 6,055 Milljonen Euro ut't Programm "Demokratie leben!" kreech, dei denn natüürlich inne Personalkosten wannern däd — denn dat sünd dei miehrsten Utgåven von solk Stiften. Dei Amadeu Antonio Stiften gifft 6,291 Milljonen per Johr för de Mitarbeiders ut — un inbringen deit ehr Arbeit ja nu mål nix, dat is wiss.

Nich dat dei Arbeit slecht wier; an männich Städen is dat ok blot ein Druppen up'n hitten Stein. Hier un dor kricht 'n Regionalgrupp as dei "Omas gägen Rechts" 'n lütten Tauschuss ut dat Bundsprogramm "Demokratie läben!", un wenn ein Minsch up den Infall kümmt, dat Frömde sik gägensiedig bäder verståhn, wenn's mit "demokratisch" Hülp ehr Fluchtgeschicht riemeln un dei denn in'n "Poetry Project" vörstellen, denn föddert "Demokratie läben!" ok in son'n Fall. Un wecker 'n Vedder in'n anner EU-Land hett, kann denn œwer Grenzen henwech noch Geld ut Brüssel affangen. Un dat allens, üm uns Zivilgesellschaft un dei liberale frieheitliche demokratische Grundordnung tau verdeffendiern.

Un denn passiert dat: Dor raast 2016 einer mit'n LKW in't Wihnachtsmarktgetümmel up'n Berliner Breitscheidplatz, 2019 ward einer vör dei Synagoog in Halle taun Mörder, 2020 dreiht einer in Hanau dörch, 2024 datsülwig Œwel in Solingen un Mannheim un 2024 wedderhålt sik up'n Wihnachtsmarkt tau Magdeborg dei Anschlach nå't Berliner Muster. Dor kann man noch so väl Geld för "Demokratie leben!" utgäben as 'n will, wenn dei Poletikers nich verståhn, dat 'n dei Ümstänn' ännern möt, Ümstänn, dei den Minschen leget Hanneln nich so licht måken, denn sünd nich all, œwer allerlei Akschonen von "Demokratie leben!" 'n Schuss in'n Åben. Un hier un dor ward ünner Poletikers all lud dorœwer nådacht, bäten genauer hentaukieken un nich so asig Stüergeller för nix un wedder nix verdeilen.

Œwer worüm is dat Warken von solk Gruppen nödig, wo dat doch blot Flickschausterie is, blot ein Druppen op'n hitten Stein? Worüm is dei Stein so hitt? Mi dücht, wieldat dei Politik sik dat "Demokratie läben!" sülvst nich miehr glöövt. Wiern sei nich so halvhartig, balstürig un kortsichtig, dennso wüürn sei nich Partei-, Lobby- un Eigennutz vör dei demokratischen Werte setten. Wenn uns Regiern — von jede Kulöör — sülven "Demokratie läben" däden, wüürn sei miehr ein Vörbild sien, un minner Minschen wüürn sik dei extremen Ränner tauwennen. Dei Nåfrååg nå so'n ehrlich un glöövwördig demokratisch Vörbild is gewaltig. Dei Minschen willn seihn, dat gerechte Rägeln för all gellen daun un dei Swacken stütt warden. Al siet lange snacken sei von "wegregieren statt verbeden", œwer sei truun sik dat doch nich tau. Dat kunn väl verännern. Un dei "Amadeu Antonio Stiften" harr wiss nix dorgägen, wenn sei minner tau daun harrn.


8.3.2026


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